Eine Straftat: Virtueller Diebstahl in Online-Spiel

26. Januar 2018

Virtuelle Spielelemente in Online-Spielen könnten nicht als Eigentum gerechnet werden, sie seien nicht fassbar und stellen keinen Wert dar. Mit dieser Argumentation versuchte der Anwalt zweier holländischer Jugendlicher das Strafmaß für seine Mandanten zu senken, die wegen Raubs von virtuellen Objekten wie Maske und Amulett vor Gericht standen. Das Gericht schloss sich dieser Argumentation jedoch nicht an: Die Gegenstände stellten für den Bestohlenen einen Wert dar, da ihr Erwerb ihn Zeit und Energie gekostet haben.

Zwei Jugendliche hatten einen 13 jährigen bedroht und ihn mit Schlägen und Tritten gezwungen, sich in das Spiel Runescape einzuloggen und virtuelle Spielgegenstände im Spiel abzugeben. Als Eigentumsdelikt in Verbindung mit einer Gewalttat stufte das Gericht den Vorgang als Raub ein. Die beiden Täter wurden zu jeweils 144 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

 

Virtuelle Spielgegenstände zu rauben ist kein Kavaliersdelikt sondern strafbar.
Das "Hogde Road", das höchste Gericht der Niederlande in Den Haag, bestätigte damit die Auffassung der vorherigen Instanzen und lehnte die Rechtsauffassung des Anwalts ab, der bei virtuellen Gegenständen in Online-Spielen kein Eigentum erkennen konnte. Auch der Diebstahl virtuellen Eigentums ist damit eine Straftat und wird genauso geahndet, wie die Entwendung realer Güter. Erschwerend kam in diesem Fall dazu, dass die Täter ihr Opfer mit Gewalt zur Herausgabe der Gegenstände gezwungen haben.