Schwarmintelligenz: Gamer entdecken neue Planeten im Online-Spiel

Spieler finden neue Planeten. - Quelle: research.dynamicpatterns.com
5. Oktober 2011

Das Browsergame Planet Hunter hat einen sehr realen, wissenschaftlichen Hintergrund: Die Gamer vergleichen Bilder, die das Weltraumteleskop Kepler alle 30 Minuten neu liefert. Dabei haben die Spieler jetzt vermutlich zwei neue Planeten entdeckt.

Das Spiel wurde von Wissenschaftlern der Universitäten Oxford und Yale entwickelt. Die Spieler vergleichen die Fotos von den jeweils etwa 150.000 Sternen der Galaxie auf Unterschiede in der Helligkeit von Sternen. Gefundene Unterschiede markieren Sie auf den Bildern. Wenn mehrere Spieler die gleichen Markierungen vorgenommen haben, nehmen sich die Wissenschaftler diese Daten nochmal vor und untersuchen sie gezielt. Auf diese Weise haben die Gamer innerhalb von einem Monat geschafft, was den Wissenschaftlern zuvor nicht gelungen war: Sie haben neue Planeten entdeckt. Bei zwei der von der Spielergemeinschaft markierten Helligkeitsunterschiede sind Forscher der Meinung, dass es sich um eine bedeutende wissenschaftliche Entdeckung handelt, um zwei neu, bisher unbekannte Planeten.

Spieler finden neue Planeten. - Quelle: research.dynamicpatterns.com

Spieler finden neue Planeten.

Aufgaben dieser Art sind gut geeignet für die gemeinschaftliche und gleichzeitige Arbeit vieler Menschen. Sie werden so besser und genauer gelöst, als wenn Computer die Berechnung übernehmen. Dabei ist Planet Hunter nicht das erste Spiel, das auf die Hilfe der Spieler bei der Erledigung anfallender Arbeiten setzt. Schon häufig konnten Gamer unter Beweis stellen, dass sie als Gemeinschaft die gestellten Aufgaben in kurzer Zeit umfassend lösen können.