Unwetter in Arbeit - Interview mit Lagoonia-Designerin

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29. August 2012

Das Browsergame Lagoonia bietet eine fesselnde Spielidee: Eine Gruppe gestrandeter Urlauber schlägt sich in einem Inselparadies durch. Im Exklusiv-Interview mit BILDspielt.de verrät Game-Designerin Kathleen Kunze, dass die Kreativ-Zentrale von Lagoonia kräftig auf das Ende der Open Beta-Phase in 2012 hinarbeitet - und am schlechten Wetter bastelt.

BILDspielt.de (BS): Wie haben Sie für das Spieldesign recherchiert? Wurden Bücher gewälzt oder gab es sogar einen Betriebsausflug in die Südsee?

Kathleen Kunze (KK): Nachdem das generelle Setting feststand, habe ich mich zum Beispiel nochmal von Filmen wie Cast Away berieseln lassen. Auch die ganz klassische google-Bildersuche sollte nicht unterschätzt werden, damit habe ich auch so manche Stunde verbracht und geschaut, welcher (Grafik-) Stil gut zu Lagoonia passen könnte.

BS: Es scheint bislang immer nur die Sonne – wird es in Lagoonia auch einmal anderes Wetter geben?

KK: Natürlich haben wir uns auch darüber schon Gedanken gemacht und erste, grobe Ansätze aufs Papier gebracht. Neben dem Thema Wetter stand zum Beispiel auch der Wechsel zwischen Tag und Nacht zur Diskussion. Allerdings ist beides zurzeit technisch noch nicht machbar. Die vielen Einzelgrafiken von Lagoonia lassen Unwetter und Co. nicht zu, wir arbeiten aber daran.

BS: 15 Bewohner sind zurzeit Obergrenze. Gibt es Pläne, das zu erweitern?

KK: Erst einmal nicht. Mir ist wichtig, dass die Spieler eine persönliche Bindung zu den Insulanern aufbauen können. Die Bewohner sollen nicht wie in einem Bienenstock zu wuseligen Arbeitstierchen verkommen.

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BS: Die Interaktion zwischen den Spielfiguren ist sehr wichtig. Was passiert, wenn sich die Bewohner gar nicht ausstehen können?

KK: Wie im wahren Leben streiten sie sich dadurch häufiger und das Flirten fällt ihnen natürlich ebenfalls schwer. Auch die gemeinsamen Bauprojekte auf der Insel können nicht begonnen werden, wenn schlechte Stimmung zwischen den Insulanern herrscht.

BS: Der Kreislauf des Lebens und damit auch der Tod wird nicht ausgeklammert. Andererseits finden keinerlei Kämpfe statt. Welche Zielgruppe hat Lagoonia?

KK: Die Zielgruppe von Lagoonia sind sogenannte nicht wettkampforientierte Spieler. Sie sind nicht darauf aus, sich mit anderen zu messen: Statt ihre Mitspieler zu unterwerfen oder zu besiegen, möchten sie gemeinsam mit ihnen etwas Schönes erschaffen und sich darüber austauschen. Doch auch wenn man sich nicht gegenseitig bekämpft, gehört der Tod einfach zum Kreislauf des Lebens dazu. In Lagoonia geht das Inselleben nach dem Tod einer Figur weiter und neue Bewohner werden geboren – genau wie im „richtigen“ Leben auch.

BS: Wie sieht es mit den Kapazitäten des Browsergames aus – wird es in absehbarer Zeit weitere Server geben?

KK: Unsere Spielerzahl steigt weiterhin stetig an, daher werden neue Server kontinuierlich ergänzt. Einen großen Einfluss darauf hat die zunehmende Internationalisierung: Lagoonia ist inzwischen in 14 Sprachen spielbar, was uns und besonders die Community sehr freut.

BS: Was war die wichtigste Weiterentwicklung für Lagoonia bislang?

KK: Ganz klar: der Ausbau des Multiplayer- und Nachrichtensystems. Lagoonia lebt davon, gemeinsam mit anderen Spielern eine paradiesische Inselwelt zu erschaffen, was ein funktionierendes Multiplayersystem unabdingbar macht. Daneben war die Einführung des Nachrichtensystems sehr wichtig für uns. Wie in Grepolis, Die Stämme und Co. wollen sich auch die Lagoonia-Spieler unabhängig vom Spieleforum miteinander austauschen.

Lagoonia-Designerin. Quelle-InnoGames

Nebenbei unterrichtet Kathleen Kunze Studenten und speziell Frauen in Sachen "Games".

BS: Sie bekommen sicherlich viel Feedback von Spielern. Was sind die größten Wünsche der Fangemeinde?

KK: Kurz nach dem Spielstart hat sich die Community vor allem Kommunikationsmöglichkeiten gewünscht, woraufhin wir das eben schon angesprochene Nachrichtensystem integriert haben. Es bestand auch der Wunsch, seine Insulaner individuell verändern zu können. Also haben wir entsprechend reagiert und Mechanismen eingebaut, mit der die Spieler das Aussehen ihrer Inselbewohner umgestalten können. Unsere Spieler sind generell sehr kreativ und wollen die Geschichte von Lagoonia immer weiterentwickeln. Regelmäßige Fragen sind zum Beispiel, ob man nicht auch wilde Tiere auf der Insel einführen könne und ob neben den Bootsanlegestellen vielleicht auch Platz für eine Landebahn auf der Insel sei. Diese Art von Feedback nehmen wir gern auf und schauen, was davon sinnvoll für uns ist.

BS: Es fallen sicherlich auch Vorschläge für neue Lagoonia-Updates an, die es nicht ins Spiel schaffen: Welche waren die ungewöhnlichsten Vorschläge?

KK: Viele Spieler-Vorschläge sind gut, aber wegen technischer Machbarkeit (noch) nicht realisierbar. Der Wunsch Gebäude „richtig“ zu benutzen statt davor zu sitzen gehört zum Beispiel dazu.

BS: Ist absehbar, wann die Open Beta-Phase beendet sein wird?

KK: Ein genauer Termin steht noch nicht fest, es wird aber noch in 2012 soweit sein.