Farmspiele: Vorbild für englischen Bauernhof

Farmspiele inspirierten Naturschützer einen Hof mithilfe von Online-Usern aufzubauen - Quelle: © Rolf Fassbind - Fotolia.com
30. März 2017

Auf einem englischen Bauernhof werden Farmspiele in die Wirklichkeit übertragen! Hier werden die Entscheidungen darüber, welches Getreide angepflanzt oder welche Tiere gezüchtet werden sollen, einmal im Monat von einer Online-Usergemeinde per Abstimmung auf der Webseite des Projekts MyFarm getroffen. Auch Maßnahmen zum Naturschutz werden auf dieser Seite beschlossen und anschließend real umgesetzt.

Farmspiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Hier bewirtschaften die Spieler eigene Bauernhöfe, sie bestellen die Felder, versorgen die Pflanzen mit Dünger und bekämpfen Unkraut und Ungeziefer und schließlich bringen sie die Ernte ein und kümmern sich vielleicht auch um den Verkauf ihrer Waren. Auch Tiere werden gezüchtet, gepflegt und ihre Produkte verkauft. Daneben kann der Hof erweitert und ausgebaut werden: Mit steigenden Gewinnen und größerer Erfahrung ist es möglich, neue Verfahren auszuprobieren, andere Waren zu produzieren und anspruchsvollere Pflanzen und Tiere zu pflegen. Das stellt eine Vielzahl spannender und abwechslungsreicher Aufgaben da, die sich zu einem großen Teil nah an der Wirklichkeit des Landlebens orientieren. In vielen Menschen weckt das die Neugier auf die realen Zusammenhänge in der Landwirtschaft.

Farmspiele inspirierten Naturschützer einen Hof mithilfe von Online-Usern aufzubauen - Quelle: © Rolf Fassbind - Fotolia.com

Farmspiele inspirierten Naturschützer, einen Hof mithilfe von Online-Usern aufzubauen.

Der englische Hof gehört einer gemeinnützigen Organisation, die sich vorwiegend dem Umweltschutz widmet. Die Organisation verfolgt mit dieser Aktion auch einen pädagogischen Ansatz: Sie will den Menschen einen Zugang zum realen Farmleben ermöglichen und Zusammenhänge vermitteln, da sich in einer Befragung gezeigt hat, dass ein großer Teil der Menschen nicht mehr erklären kann, woher die Milch kommt oder wie aus Weizen Mehl entsteht.

Die Abstimmungen werden auf der Webseite sorgfältig vorbereitet. Mit Blogbeiträgen und Videos werden die verschiedenen zur Auswahl stehenden Möglichkeiten erläutert. Damit keine völlig lebensfernen Entscheidungen getroffen werden können, sind die Alternativen bereits vorgegeben. Durch Mehrheitsvotum wird dann bestimmt, welche Möglichkeit tatsächlich umgesetzt wird. Richard Morris, der Leiter der Wimpole-Farm, auf der das Experiment durchgeführt wird, setzt dabei genau das um, was von den Usern entschieden wird. Die Kosten für die Teilnahme an diesem Projekt betragen derzeit für jeden Nutzer etwa 33 Euro pro Jahr. Mit diesem Betrag sollen die Unkosten der realen Farmspiele gedeckt werden, wobei die Anzahl momentan auf 10.000 Nutzer begrenzt ist. Mit steigenden Nutzerzahlen könnte dieser Betrag deutlich gesenkt werden.

Für die Zukunft plant die Wimpole Farm, die Zahl der Nutzer zu erhöhen und die Entscheidungsmöglichkeiten für diese auszuweiten, so dass auch über die täglichen Arbeiten mit einer Smartphone-App abgestimmt werden kann.