Sicherheitslücke bei Farmspielen: Jugendliche Hackerin erntet in Rekordzeit

Wenn der Mais in Farmspielen in Rekordzeit wächst - eine jugendliche Hackerin entdeckte eine Sicherheitslücke. - Quelle: fotolia
30. März 2017

Die Hackerkonferenz Defcon lässt in diesem Jahr erstmals auch Kinder und Jugendliche zu. Und startet gleich mit einem großen Knall, denn eine Zehnjährige mit dem Pseudonym CyFi stellt ihre Entdeckung einer Sicherheitslücke bei diversen Farmspielen vor.

Farmspiele sind ein großer Trend bei den Online-Spielen. Der Spieler muss dabei Pflanzen anbauen, pflegen und ernten oder Tiere züchten und versorgen. Das beinhaltet häufig lange Wachstumsphasen einzelner Sorten, in denen der Spieler stundenlang warten muss, bis ein gesätes Getreide reif zur Ernte ist. Das dauerte der Zehnjährigen, die häufig diese Spiele auf ihrem Smartphone spielt, zu lange. Sie suchte deshalb nach einer Möglichkeit die langen Wartezeiten zu umgehen. Auf der weltgrößten Hackerkonferenz stellt sie ihre Erkenntnisse als "Sicherheitslektion einer Pfadfinderin" vor. Selbstbewusst beschreibt das blonde Mädchen mit der dunklen Sonnenbrille, mit welchen einfachen Mitteln sie die Farmspiele manipuliert. Sie taufte ihren Hack "Time Travellers", denn die Systemuhr spielt eine zentrale Rolle dabei.

Wenn der Mais in Farmspielen in Rekordzeit wächst - eine jugendliche Hackerin entdeckte eine Sicherheitslücke. - Quelle: fotolia

Wenn der Mais in Farmspielen in Rekordzeit wächst - eine jugendliche Hackerin entdeckte eine Sicherheitslücke.

In vielen Fällen reicht es offenbar schon, die interne Uhr des Smartphones, auf dem das Spiel gespielt wird, um die entsprechende Zeit zu verstellen, um das Spiel auszutricksen und die Felder vorzeitig abernten zu können. Diesen Trick hat das Mädchen dann bei verschiedenen Spielen ausprobiert und verblüffend oft festgestellt, dass sie damit Erfolg hatte. Sie hat das System dann weiterentwickelt und konnte so auch bei den Spielen die Wartezeiten verkürzen, bei denen das Verstellen der Uhr nicht ausreichte.

Die Idee scheint ebenso einfach wie genial. Unabhängige Experten des Internetportals "CNet" haben zwischenzeitlich bestätigt, dass das Mädchen tatsächlich auf eine Sicherheitslücke bei mobilen Endgeräten gestoßen ist, bei der noch nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch schädliche Codes, Viren oder Trojaner dadurch eingeschleust werden können. Die genauen Details ihres Hacks und die Namen der betroffenen Farmspiele hat die kleine "Haeckse", wie Hackerinnen in der deutschen Sprache auch genannt werden, nicht veröffentlicht. Die betroffenen Firmen sollen die Möglichkeit haben, diese Probleme in den Griff zu kriegen. Etwas besseres, als der Auftritt des findigen Mädchens konnte den Veranstaltern der Hackerkonferenz, die damit um eine große Attraktion reicher war, nicht passieren. Kaum eine Meldung der Konferenz hätte mehr Aufmerksamkeit erregen können, als ein junges Mädchen, dass die großen Konzerne mit einfachen Tricks an der Nase herumführt.