Springreiten - Leistungssport und Publikumsmagnet

Springreiten ist eine traditionsreiche Disziplin im Pferde-Sport. - Quelle: © pixelpicnic - Fotolia.com
30. März 2017

Das Springreiten als Sport hat sich aus den Reitjagden entwickelt, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem wahren Publikumsmagneten wurden. Da aber die Jagden in freiem Gelände stattfanden, waren die Reiter oft nur Sekunden zu sehen, bevor sie wieder aus dem Blickfeld verschwanden. Es wurden deshalb Wettbewerbe auf kleineren, künstlich angelegten Plätzen veranstaltet. Die ersten Springturniere wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts ausgetragen. Das erste internationale Reitturnier fand im Jahr 1907 in London statt. Im Jahr 1953 wurde dann die erste richtige Weltmeisterschaft im Springreiten ausgetragen.

Anfang des 20. Jahrhunderts revolutionierte der italienische Rittmeister Caprilli das Springreiten durch die Einführung des leichten Springsitzes, bei dem sich der Reiter geschmeidig den Bewegungen des Pferdes anpasst und der somit Pferd und Reiter bei den Sprüngen schont. Bis dahin überwanden die Reiter Sprünge mit nach vorne gestreckten Beinen und weit zurück gelehntem Oberkörper. Der neue Sitz ermöglichte das Überwinden höherer Hindernisse und stellte damit die Grundlage für das Springreiten als Leistungssport dar.

Springreiten ist eine traditionsreiche Disziplin im Pferde-Sport. - Quelle: © pixelpicnic - Fotolia.com

Springreiten ist eine traditionsreiche Disziplin im Pferde-Sport.

Heutzutage werden Springturniere in der Halle oder im Freien veranstaltet. Eine Strecke von 700 bis 1000 Metern muss mit einer Mindestgeschwindigkeit von 350 bis 400 Metern in der Minute bewältigt werden. Für jedes Turnier, mit Ausnahme der Derbys, wird ein neuer Hindernisparcours entworfen, bei dem die Sprünge in der vorgeschriebenen Reihenfolge bewältigt werden müssen. Die Springreiter dürfen den Parcours vor dem Ritt zu Fuß abgehen.

Bei den Springturnieren unterscheidet man zwischen Fehlerzeitspringen, Zeitspringen, Mächtigkeitsspringen, Hunterprüfungen und Derbys. Beim Fehlerzeitspringen gibt es eine festgelegte Zeit, in welcher der Parcours absolviert werden muss. Machen Pferd und Reiter hier Fehler, führt das zum Punktabzug. Beim Zeitspringen gibt es keine Zeitvorgabe, die Endpunkte werden aus der erreichten Zeit und den Fehlern errechnet. Diese beiden Formen des Springreitens tauchen in internationalen Wettbewerben auf.

Beim Mächtigkeitsspringen muss ein kurzer Parcours mit einer Mauer überwunden werden. In jedem Durchgang wird die Höhe der Mauer erhöht, bis kein Reiter die Mauer mehr fehlerfrei überwinden kann. In Deutschland sind vor Allem die Hunterprüfungen beliebt, in denen dem Bewältigen von Hochsprüngen oder Hochweitsprüngen auch der Stil des Pferd-Reiter-Teams beurteilt wird. Beim Derby werden neben den normalen Springhürden auch Geländehindernisse wie Bänke, Gräben und Wälle überwunden. Die Strecken sind besonders lang und anspruchsvoll. Derbys gelten deshalb als Spitzenveranstaltungen im Springsport.